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ÜBER DIE 
FRANKEN FINALS
ESPORT DER NEUE SPORT ?
Ihre Namen klingen für Außenstehende erst mal seltsam: “Overwatch”, “League of Legends”, “Fortnite” oder “Dota 2”. Sie Alle zählen zu den derzeit beliebtesten Multiplayer Onlinespielen mit Spielerzahlen im bis zu dreistelligen Millionenbereich. Mit sportlicher Betätigung würden wahrscheinlich noch weniger Menschen diese Computerspiele in Verbindung bringen, so könnte man meinen. Doch wie andere Mannschaftssportarten fordert auch eSport, das professionelle und kompetitive Spielen, den einzelnen Spieler zu körperlichen und mentalen Höchstleistungen. Tägliches Training im Team sind Pflicht für jeden Profispieler, um perfekt für die Turniere aufeinander abgestimmt zu sein. Die Deutsche Sporthochschule hat dazu in einer Untersuchung festgestellt, dass die Belastungen eines eSportlers während eines Wettkampfs sich mit denen von Hochleistungssportlerngleichen.
IST DOCH ALLES NUR EIN SPIEL.
Der eSport hatte es eine Lange Zeit schwer in Deutschland. Ressentiments und nahezu stiefmütterliche Behandlung aus Politik und Wirtschaft machten es der Sportart nicht einfach, wirklich Fuß zu fassen. In diesem Jahr sind die Aussichten wieder etwas besser geworden. Im Vertrag der großen Koalition wurde der eSport explizit aufgeführt. Gaming soll als Sport ernst genommen werden, lautete die Devise. Dorothee Bär, MdB und in der Arbeitsgruppe “Digitales”, betonte, dass “Computerspiele endlich den Stellenwert bekommen, den sie längst haben sollten”. 
 Umgesetzt werden soll das unter anderem mit einem stärkeren Breitbandausbau durch Glasfaser und Mobilfunknetze. Deutschland bewegt sich im internationalen Vergleich dabei allerdings eher im Mittelfeld auf Rang 25.1 Hier besteht nicht nur für den eSport sondern für die gesamte Wirtschaft noch großer Handlungsbedarf. Ein Breitbandausbau ist wichtig, reicht jedoch noch langenicht aus.
AM BALL BLEIBEN
Mittlerweile wird für den eSports sogar über Banden bei der Fußball Bundesliga geworben. Die Fußballvereine selbst steigen auch mit eigenen eSport Teams groß ein. Die Vorreiter waren hierbei Schalke 04 und der VFL Wolfsburg. Ihnen folgten weitere Vereine wie RB Leipzig oder Hertha BSC Berlin. Auch der 1. FC Nürnberg beteiligt sich mittlerweile mit zwei freiberuflichen Spielern für das Onlinespiel FIFA 18. Der Quotensieger FC Bayern München näherte sich ebenso dem Thema mit Plänen für eine eigene Profi-Abteilung. Gerade hier wurden kürzlich die Ambivalenzen sehr deutlich in die Öffentlichkeit getragen. Die Pläne für eine eigene Mannschaft mit einem Etat-Umfang von rund 5 Millionen Euro, waren weit fortgeschritten als sie von Präsident Uli Hoeneß plötzlich gestoppt wurden. Aus seiner Sicht passe der eSport nicht zum FC Bayern München. Sein Veto steht über den Wünschen des Managements.Der ursprüngliche Plan sah vor, dass sich der FC Bayern München neben dem künftigen FIFA 19 auch in den derzeitigen Kassenschlagern “Dota 2”, “League of Legends” und sogar “Fortnite” mit dem Einkauf von Profi-Spielern und eigenen Trainingslagern beteiligt. 

Die Spielfelder, wenn man sie so nennen will, liegen, anders als beim Fußball - wo prinzipiell eine frisch gemähte Wiese zum kicken ausreicht - in der Hand großer Entwickler und Publisher und sind an eine technische Infrastruktur und Hardwareverfügbarkeit gebunden. Die gelebte Digitalisierung des Sports. Der Profi-Fußball wiederum ist mit seinen Arenen, seinen Millionen-Etats, seinen langjährigen Werbeverträgen, den unzähligen freiwilligen kleineren Vereinen und nicht zuletzt seiner Akzeptanz in der Bevölkerung als Volkssport etabliert. Dem eSport fehlt es noch immer in weiten Teilen an diesen Strukturen. 
MARKTPOTENTIAL DES ESPORTS
Dabei sind die Zahlen durchaus beeindruckend. Das im Jahr 2017 erschienene Fortnite verzeichnet weltweit derzeit rund 125 Millionen aktive Spieler. Das acht Jahre ältere League of Legends liegt mit immer noch rund 100 Millionen Spielern im Monat knapp dahinter. Das größte eSport-Event dazu ist die vom Entwickler “Riot Games” selbst veranstaltete “League of Legends World Championship”, welches 2017 seine siebte Saison mit rund 43 Millionen Zuschauern und einem gesamten Preisgeld von etwas über 4,5 Millionen US Dollar abgeschlossen hat. Einzelne Spieler erreichten im Monat bereits über drei Millionen deutsche Zuschauer auf Streamingplattformen wie Twitch.2 Im eSport steckt also, wie beim Fußball, sehr viel Kapital in einem in vielen Bereichen noch nahezu unerschlossenen neuen Markt.  
FRANKEN LIEBT DEN ESPORT
Für die Fußballfans unter uns nahm die WM ein jähes Ende. Die Plätze für Public Viewing erhielten auch in Nürnberg nach dem frühen Ausscheiden der deutschen Mannschaft deutlich weniger Zulauf oder wurden zum Teil komplett abgesagt. Gleichzeitig versuchen sich verschiedene Örtlichkeiten in Nürnberg, Fürth und Erlangen am Public Viewing für große eSport Events. Das “Project HIVE gaming” lud im Mai mit seiner “Bar of Legends” zum Public Viewing des “Mid-Season Invitational” Turniers in League of Legends ins Cinecitta. Im November letzten Jahres trafen im Frankenderby der Club und das Kleeblatt im Computerspiel “FIFA 18” aufeinander. Die Spiele konnten vor Ort im Kulturcafé Zett9 oder beim Public Viewing im Künstlerhaus Nürnberg verfolgt werden. Auch von daheim aus konnten sich die Zuschauer via Stream auf Twitch live mit einklinken. 

 Und es geht weiter! Im Oktober treten mehrere fränkische Teams in League of Legends gegeneinander an. Bis Anfang August läuft die Anmeldephase für bis zu 64 5-Mann-Teams, die sich aus verschiedenen Gruppen wie Jugendhäuser, Schulen, Universitäten und Hochschulen sowie einer offenen Gruppe für alle Franken zusammensetzen. Die Vorrunden werden zuerst in den eigenen “Häusern” und online ausgetragen. Bis Oktober stehen die besten Teams aus jeder Gruppe fest. 
 Das Highlight bildet das große Finale am 13. Oktober, bei der sich unter den Vorrunden Gewinnern das beste Team vor Publikum in Nürnberg beweisen kann. Die Finals bilden gleichzeitig den eSport-Auftakt der darauf folgenden WebWeek und werden für alle, die keinen Platz mehr in der Arena bekommen, auch via Twitch Live übertragen. Neben Geld- und Sachpreisen für die Turniergewinner lohnt es sich auch für Cosplayer und Publikum. Ein Cosplaycontest bildet das Rahmenprogramm des Events. Bekannte und erfolgreiche Cosplayer aus Franken bilden die Jury für eine gerechte Bewertung. Die Turnierorganisation übernimmt dabei der aus vielen jungen Franken bestehende Verein TheLanCrancks, kurz TLC, die ihre Kompetenz bereits bei den erfolgreichen „Puschendorf Masters“ unter Beweis stellen konnten. Träger der Frankenfinals ist dasParabol Medienzentrum mit organisatorischer Hilfe der Film- und Werbeagentur Frierstein. 
Die Konditionen sind also günstig wie nie. Der eSport in Franken hat bereits viele begeisterte Anhänger und beinhaltet großes Potential. Jetzt gilt es, dieses zu nutzen und zu fördern. Das Feld will bespielt werden! 
 Autor: Stefan Fries